Mut tut gut

Kennst Du das klebrige Gefühl, wenn Du eine schwierige Aufgabe lange vor Dir her schiebst? Und dann immer wieder diese kurzen Momente auftauchen, in denen Du Dich fragst: „ist das jetzt der richtige Zeitpunkt, soll ich es wagen … ?“ Und nach unzähligen Anläufen überrascht Du Dich plötzlich selbst und tust es einfach. Bei mir war es am 14. April soweit:

Ich habe meinen Eltern erzählt, dass ich meinen Job kündigen und mindestens vier Monate auf Reisen gehen möchte.

Und wie haben sie reagiert? Ganz anders, als ich es erwartet hatte. Sie hatten schon damit gerechnet … Hä!? Ich war total erstaunt, wie gut sie mich kennen. Sie hatten meine genervten Kommentare über die Arbeit und meine begeisterten Reiseträume die letzten Monate mitverfolgt und es als logische Konsequenz erachtet, dass ich es durchziehe – egal, ob mein Arbeitgeber mitmacht oder nicht. Vor allem meine Mum reagierte echt supercool – ich glaube, sie ist sogar ein bisschen stolz, dass ich “nach ihr komme”. Sie war nämlich in den 80-er Jahren selbst allein unterwegs in Australien, Mexiko und Indien.

Mein Dad war ziemlich still – wie wohl die meisten Väter. Da werde ich erst in ein paar Wochen erfahren, was er wirklich denkt. Er wägt alles ab und bringt dann kurz und knapp auf den Punkt, was er von der Sache hält. Dafür plappterte meine Mum drauf los:

“Vier Monate sind viel zu kurz! Wenn schon die Kündigung deines tollen Jobs notwendig ist, dann soll es sich auch lohnen … Ob du nun sechs oder acht Monate unterwegs bist, ist auch schon egal – und bloß nix Planen. Denn danach bis du sowieso ein ganz neuer Mensch …”

Hätte es eine bessere Reaktion geben können? Für mich nicht! Ich fühle mich auf Wolke 7. Meine Eltern verstehen und unterstützen mich – was könnte es Schöneres geben? Ich bin erfüllt von Dankbarkeit und voller Tatendrang… DANKE Mama & Papa, das war die letzte Hürde – jetzt gibt’s kein Halten mehr!