Dort, wo der Pfeffer wächst

Vietnam. Das vom längsten Krieg des zwanzigsten Jahrhunderts gebeutelte Land hat sich 40 Jahre später zum größten Pfeffer-Exporteur der Welt gemausert. Das sich in dem asiatischen Land “etwas bewegt” wurde mir vor allem in der Hauptstadt Hanoi bewusst.

Hanoi

Hanoi – sieben Millionen Zweibeiner mit vier Millionen Zweirädern.

Das offensichtliche Verkehrschaos, der Müll auf den Straßen und der Smog haben dafür gesorgt, dass ich mich in Hanoi nicht so wohl, wie in anderen asiatischen Metropolen, gefühlt habe. Die Gehwege werden von den Einheimischen als Geschäftsfläche und Parkplatz für ihren eigenen Anteil an den vier Millionen Mopeds der Stadt, genutzt. Auf der Straße erkämpft sich jedes motorisierte Fahrzeug hupend seinen Vorrang – Ampeln werden dabei nur gelegentlich berücksichtigt. Zebrastreifen gar nicht.

Hanoi Elektrik Kabel

Saigon erscheint mir im Vergleich zu Hanoi wie eine ländliche Vorstadt. Tatsächlich ist Saigon zwar das wirtschaftliche Zentrum Vietnams aber dennoch nur eine dicht besiedelte “Provinz” aus 58 Siedlungen. Hier kannst Du Dich schon sicherer fortbewegen und das wilde Treiben z. B. gemütlich von einem Café aus beobachten. Außerdem lohnen sich der Ben Thanh Market zum Souvenir-Shopping und der Besuch der Chill Skybar, um sich einen Überblick über die Stadt zu verschaffen. Übrigens: Die Happy-Hour ist hier von 17:30 – 19 Uhr 😉

Saigon von oben

Nach meiner zweiwöchigen Reise durch Vietnam habe ich eine besonders hübsche Insel im Süden gefunden, die zwar über ertragreiche Pfefferplantagen verfügt, mich aber eher mit ihren wunderschönen Stränden beeindruckt hat:

Phú Quốc – traumhafte Strände mit albtraumhafter Vergangenheit

Phu Quoc Insel Baden

Mein Spaß an der Insel begann schon beim ersten Gespräch mit einem Vietnamesen, der versuchte mir die Aussprache von Phu Quoc beizubringen: “Fu Kwuck” – versuche Du mal, das drei mal hintereinander zu sagen, ohne an ein verrücktes Huhn zu denken… 😉

Frische Früchte mit Blick aufs Meer

Allerdings verging mir das Lachen schlagartig, als ich im Kriegsopfer Museum in Saigon von der grausamen Geschichte Phu Quocs erfuhr. Französische Kolonialisten bauten 1953 auf der Insel ein Gefängnis, das im Vietnamkrieg für die barbarische Folterung von zehntausenden Vietnamesen, die im Kriege Widerstand leisteten, genutzt wurde. Neben dem Museum in Saigon gedenkt auch das Gefängnismuseum im Süden der Insel an die damaligen Opfer.

Ein Gefängnismuseum und schier endlose Strände – der Kontrast zwischen Gefangenschaft und Freiheit könnte kaum größer sein.

Strand Duong Dong

Die Trauminsel Phu Quoc wird auch das “Koh Samui Vietnams” genannt und wird vermutlich auch in ein paar Jahren so enden. Für Dich also ein Grund mehr, so schnell wie möglich Deine Koffer zu packen und der idyllischen Insel einen Besuch abzustatten – bevor die Touristenströme die Ruhe zerstören!

Phu Quoc Beach

Mir haben vor allem die Strände von Duong Dong und Long Beach gefallen. Diese Strand-Abschnitte sind sauber, das Wasser hat keine gefährlichen Strömungen und außer der süßen Früchte-Lady gibt es keine Strandverkäufer. Zudem erwartet Dich in Duong Dong Rory’s Beach Bar, die Dir Deine Reise mit herrlichen Cocktails und köstlichen Snacks versüßen wird. Zu später Stunde wird im Sand getanzt und wenn Du lange genug durchhältst, kannst Du Dich dort zum Frühstück mit hervorragenden pochierten Eiern und dem knusprigsten Speck der Insel stärken.

Beach Bar Phu Quoc

Wenn Dir am Strand liegen auf Dauer zu langweilig wird, empfehle ich Dir, ein Moped zu mieten. Auf der vietnamesischen Insel herrscht Rechtsverkehr und die Straßenverhältnisse sind gut. In Duong Dong Town findest Du die üblichen Annehmlichkeiten wie Geldautomaten, Apotheken, Post, Coffee Shops und Supermärkte.

Mein Tipp: Die Geldautomaten von Agribank und Vietcom erheben keine extra Auszahlungsgebühr! (Stand Januar 2017)

Im Zentrum von Duong Dong gibt es auch zwei Tempel, die nett anzusehen sind: Der kleine Dinh Cau Tempel auf einem Felsen am Meer und Sùng Hưng Cổ Tự an der Hauptstraße.

Phu Quoc Town Zentrum

Du bist auch “reif für die Insel”? Am einfachsten kommst Du nach Phu Quoc mit einem Flug über Hanoi oder Saigon (auch Ho Chi Minh City genannt). Und wenn Du dort für wenig Geld übernachten und mit direktem Meerblick Frühstücken möchtest, empfehle ich Dir das Viet Thanh Resort.

3 thoughts on “Dort, wo der Pfeffer wächst

  • 5. February 2017 at 9:20
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    Hi Svenja, ich glaube ich habe mein nächstes Reiseziel gefunden 😊und werde bald auf diese tolle Insel fliegen…. bevor sie dann wie du sagst von zu vielen Touristen bereist werden sollte…. Herzlichen Dank für den Tipp ! Auf deiner weiteren Reise noch viel Spaß, und ich freue mich schon wieder von deinen Abenteurern zu lesen…

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  • 5. February 2017 at 20:54
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    Mein Urlaub ist zwar noch gar nicht so lange her, aber nach Deiner malerischen Beschreibung von Phu Quoc bin ich tatsächlich schon wieder “reif für die Insel”! Kommt definitiv auf meine Liste! Bin schon sehr gespannt wo Du als nächstes aufschlägst!

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  • 6. February 2017 at 22:49
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    Oh Svenja, Dein Bericht weckt Erinnerungen in mir. 2 Jahre ist es nun her, dass wir auch an den genannten Orten waren. Toll beschrieben alles. Hanoi empfand ich ganz genau so. Nie Sonnenschein wegen Smog! Ja und krass, dieser Mopedverkehr. Da muss man sich als Fußgänger immer erst einen Weg über die Straßen bahnen, unter Einsatz seines eigenen Lebens 🙂 Oh, ja, und Phu Quoc – ein Traum!! Da haben wir’s uns auch nur noch gut gehen lassen und am Meer entspannt. Herrlich, das saubere Meer. Und der tolle Ausblick abends vom Bungalow aus, wenn die orangerote Sonne im Meer versinkt. Da kommt man gleich wieder ins Schwärmen! Ich wünsch Dir eine tolle Weiterreise!

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