Japanische Tee-Zeremonie

Ich liebe Tee und gelebte Tradition. Also durfte der Besuch einer original japanischen Tee-Zeremonie bei meiner Reise nach Tokio nicht fehlen.

Die Recherche nach einer passenden Veranstaltung gestaltete sich nicht ganz einfach. Letztendlich wurde ich auf der Website des ehrwürdigen Keio Plaza Hotel Tokyo fündig. Tags darauf führte mich die grazile Mrs. Sentou Yano in das komplexe Ritual der Matcha Zubereitung ein.

Teezeremonie Kimono

Begonnen wird mit einem Reinigungs-Ritual, bei dem ich mir die Hände und den Mund spülen sollte. Symbolisch wäscht man sich damit alles Üble, was man getan oder gesagt hat, ab.

Dann darf ich durch den traditionellen Kriecheingang Nijiriguchi in das Teehaus eintreten – bzw. gemäß Protokoll auf Knien rein rutschen 😉 Durch das ständige Knien, begeben sich alle Gäste auf das gleiche Niveau und unterstreichen ihre Demut.

Während Mrs. Sentou Yano nun sorgfältig die Tee Utensilien betrachtet und sie mit besonderer Hingabe nochmals reinigt und würdigt, darf ich einen kleinen Kuchen essen. Ich erfahre, dass grüner Tee traditionell niemals gesüßt wird und deshalb den Gästen vorweg süße Teigspeisen gereicht werden.

Teezeremonie Japan

Nun geht’s aber endlich an den Tee: In den Kessel mit kochendem Wasser kommt ein Schöpfer mit kalten Wasser, denn grüner Tee wird grundsätzlich nur mit ca. 70 Grad warmem Wasser zubereitet. Ein Schöpfer abgekühltes Wasser darf nun in die Teeschale. Hier kommen nun zwei kleine Löffel voll giftgrünem Matcha-Pulver dazu. Mit dem Bambusbesen Chasen wird der Matcha schaumig geschlagen – nicht gerührt.

Teezeremonie Matcha

Der Gast, der den Tee als erstes bekommt, sollte ihn höflicherweise erst seinem Sitznachbarn anbieten. Danach ist die Teeschale so zu drehen, dass die Verzierung zum Gastgeber zeigt. Dann darf getrunken werden! Ein guter Matcha Tee ist dickflüssig, cremig, schmeckt intensiv, herb aber nicht bitter.

Der letzte Schluck sollte mit einem herzhaften Schlürfen oder zumindest einem erkennbaren Schmatzen erfolgen. Denn das ist das Zeichen für den Gastgeber, dass er die nächste Tasse vorbereiten muss – und dass kann dauern … 😉

Am Ende der Einführung in die traditionell japanische Tee Zeremonie durfte ich es selbst versuchen. Die langsam ausgeführten Schritte entsprechen der Zen Philosophie und sollen helfen zur inneren Ruhe zu finden. Ich fühle mich nach dieser Stunde tatsächlich entspannt und achte bewusst auf jede meiner Bewegungen. Sie macht wirklich Sinn, die hohe Kunst des “Abwarten und Tee trinken” 😉